Mit Liebe und Toleranz um die Welt

Westfälischer Anzeiger, Werne, 06.09.2006
Inder besuchte bisher 200 Länder WERNE

Seit 15 Jahren reist er um die Welt, im Gepäck neben seiner persönlichen Habe eine UNESCO-Flagge und die Botschaft "Love and Tolerance".

Liebe und Toleranz, darüber berichtete der 44-jährige Debasis De aus Kalkutta vor Jugendlichen, vor Schülern an allen Orten, an die ihn der Zufall oder die Empfehlung der Lions-Clubs tragen. De sieht sich in der Tradition des indischen Pazifisten, Menschenrechtlers, politischen und geistigen Führers der indischen Unabhängigkeitsbewegung Matama Gandhi (1869-1948).

Zu Gast im Kloster

Debasis De hat bisher über 200 Länder bereist, vorgestern Abend kam er in Werne an und wandte sich an Michael Zurhorst, Präsident des Lions Club Werne in Westfalen.

Der vermittelte ihm eine Unterkunft im Kloster. Dort traf der Inder auf die Klosterjugend. "Anregend" sei deises Gespräch gewesen, erzählte er. Sie hätten von ihm ein Urteil über die Lage im Kongo hören wollen. Dort sei die Lage so kompliziert wie sonst nirgendwo auf dem Kontinent, habe er ihnen geantwortet, ohne Militär sei dort nichts zu lösen.

Sie staunten über seine Schilderungen, wie er durch die Welt reist, zu Fuß, mit dem Zug oder als Anhalter. Eni dicker Ordner mit Zeitungsausschnitten und viele Fotos belegen seine Aussagen.

Ende in Hiroshima

In Wladiwostock habe ihn der indische Konsul für "crazy" gehalten, weil er allein Sibirien durchqueren wollte. Einen monat habe er bis Moskau gebrauch, aus Zügen habe man ihn herausgeworfen, weil man ihn für einen illegalen Arbeiter hielt.

De studierte Sozialarbeit und arbeitete als Lehrer in Waisenhäusern in Kalkutta.

Dort lernet er am Goethe-Institut Deutsch, einige Brocken mischen sich noch immer unter sein Englisch. Zurhorst besuchte mit dem Weltenbummler den stellvertretenden Bürgermeister Jürgen Zielonka, bevor er sich auf den Weg nach Münster machte.

Persönliches Glück hat ihm seine Wanderschaft gebracht: in Rumänien lernte er seine Frau Florentina kennen, die vier Jahre sein Leben teile und nun in ihrer Heimat auf ihn wartet. Beenden will Deasis De seine Mission 2014 in Horishima. wg

Ruhrnachrichten 06.09.2006