Botschaft des Friedens

Ruhrnachrichten, Werne, 06.09.2006

Indischer Pilger machte auf seiner Tour durch die Länder der Erde Station in Werne. Lions Club vermittelte Quartier im Kloster - Gespräch mit Jugendlichen geführt

Werne Kann ein einzelner Mensch etwas für den Weltfrieden erreichen? Der Inder Debasis De hat diese Frage für sich positiv beantwortet. Als "Pilger des Friedens" wandert er seit 1991 durch die Welt und verkündet eine Botschaft der Toleranz, offiziell von Unesco und Unicef anerkann. Bis 20014 will er alle 202 Länder der Erde besucht haben. Seine Tour durch Deutschland führte ihn Montag nach Werne.

Auf Vermittlung der Lions Clubs fand der Pilger ein Quartier im Kapuzinerkloster. "Wilhelm Weischer als Präsident des Lions Clubs Werne an der Lippe und ich haben Debasis De am Sonntag gemeinsam empfangen", berichtet Michael Zurhorst.

Debasis De redete den Präsideten des Lions Clubs Werne in Westfalen beim gemeinsamen Frühstück respektvoll mit "Mr. President" an. Mit lebhaften Gesten erzählte der 44-jährige Inder auf Englisch seine Geschichte. Vor 15 Jahren begann er, durch Indien zu wandern, wollte dort die Friedensbotschaft seines großen Vorbilds Mahatma Gandhis verbreiten. "Einige Menschen brachten mich auf die Idee, diese Botschaft in der ganzen Welt zu verbreiten." 122 Länder hat De seitdem bereist - meist zu Fuß, manchmal auch per Anhalter. In Sibirien benutzte er über weite Strecken den Zug. "Dort hatte ich viele Schwierigkeiten mit der Verständigung. Einmal habe ich um Wasser (englisch 'water') gebeten und stattdessen Wodka bekommen", erzählte De.

Sehr positive Erfahrungen habe er dagegen in Deutschland gemacht. "Die Lions-Organisation hier ist sehr aktiv und daran interessiert, meine Mission zu unterstützen." Überhaupt nähmen sich die Menschen hier Zeit, ihm zuzuhören - anders als in Italien oder Frankreich.

Am Montagabend diskutierte Debasis De mit der Klosterjugend. Da er zuletzt in Afrika war, fragten ihn die Jugendlichen nach dem Kongo-Einsatz der Bundeswehr. De erkläret ihnen, dass das Land Friedenstruppen brauche.

"Die verschiedenen Völker dort kommen sonst nicht zu einer Einigung." Die Gespräche mit Jugendlichen sind ein wichtiger Teil von Des Mission. "Ich habe selbst keine Kinder, aber alle Kinder der Welt sind meine Kinder." asz

Westfälischer Anzeiger 06.09.2006